Starke Rückhand – Starker Rückhalt für den TuS Bad Driburg. Elena Waggermayer im Porträt

„Sie ist die Mrs. Verlässlichkeit und eine wichtige Stütze des Teams. Sie steht jederzeit als Stand-by Profi bereit um im Notfall einzuspringen. Wenn ich Sie brauche ist sie einfach da und gewinnt.“ sagt Manager Franz Josef Lingens. Sie hat viel erlebt mit dem TuS Bad Driburg und ist seit 14 Jahren im Team dabei. Wir haben sie in einem Interview zu ihrer Karriere und ihre Ziele befragt.

Hallo Elena, sie tragen schon lange das Trikot des Tus Bad Driburg. Was war Ihr schönster Moment?

Hallo, das weiß ich noch genau: Es war ein Heimspiel in der Europa League im November 2007 gegen die spanische Mannschaft UCAM Cartagena. Es war eine tolle Atmosphäre in der Halle. Die Zuschauer haben uns getragen und wir haben mit 3:1 gewonnen. Wir sind dadurch ins Viertelfinale eingezogen und ich konnte zwei Siege zum Erfolg beisteuern. Wir haben danach noch lange mit dem Team, Fans und Zuschauer gefeiert. Ich bin glücklich, dabei gewesen zu sein.“ schwärmt die mittlerweile glücklich verheiratete Mutter einer Tochter.

Wie sind sie denn überhaupt zum TuS Bad Driburg gekommen?

„Das war im Jahr 2003 als ich bei einem Turnier gegen viele Spielerinnen aus der Bundesliga gewonnen habe. Am Ende kam Franz (Franz- Josef Lingens, Manager des TuS Bad Driburg) auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich nicht für Bad Driburg spielen wollte. Ich muss ihn wohl beeindruckt haben“. (lacht)

Das war sicher ein Glücksfall für Sie, wenn sie schon so lange für den TuS Bad Driburg spielen?

„Ja, denn dadurch habe ich meinen Mann kennengelernt. Ich bin direkt nach Brakel gezogen. Er hat mich in der Anfangszeit in Bad Driburg sehr stark unterstützt und mich bei sich aufgenommen. Vorher habe ich ja zwei Jahre in der Regionalliga gespielt und es war nicht einfach den Sprung in die 1. Bundesliga zu schaffen. Mittlerweile leite ich mit ihm gemeinsam ein Hotel, dass sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Der Verein hat mir die Chance gegeben, mir ein zweites Standbein aufzubauen, wofür ich sehr dankbar bin.“

Dann trainieren Sie gar nicht mehr so häufig, oder?

„Nein, aber ich jogge viel und trainiere nur noch unregelmäßig, außerdem hält mich meine 8jährige Tochter fit. Sie und meine Familie sind der Mittelpunkt in meinem Leben geworden. Tischtennis ist nicht mehr so wichtig wie früher. Ich habe keinen Druck mehr bei den Spielen und bin dadurch mental stärker geworden. Ich spüre einfach den Rückhalt in der Familie. Mein Mann ist immer an meiner Seite und mein größter Fan. Er jubelt immer so laut, dass man es in der ganzen Halle hört.“ (Sie hebt die Arme und setzt zum Jubeln an)

Wie hat denn eigentlich bei Ihnen alles angefangen mit dem Tischtennis, Elena?

„Meine Mutter war russische Nationalspielerin und sie hat mich immer zu den Spielen mitgenommen. Manchmal spielt sie heute noch mit mir, wenn sie mich hier in Deutschland besucht. Ursprünglich stamme ich aus Russland und habe dort im Alter von 6 Jahren mit dem Tischtennis begonnen. Vladimir Karpov mein russischer Trainer hat mich dann nach Deutschland geholt und mich von Anfang an stark gefördert. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich mit 18 Jahren in Deutschland gelandet bin. Die ersten zwei Jahre habe ich in der Regionalliga in Karlsruhe und Offenburg gespielt, bevor mich Franz Josef Lingens entdeckt hat. 

Was waren Ihre größten Erfolge?

„In der Jugend haben wir mit der russischen Mannschaft bei den Europameisterschaften den 2. Platz belegt und im Doppel habe ich die Bronzemedaillie gewonnen. Bei den Damen habe ich für Österreich bei der Weltmeisterschaft 2014 in Tokio mitgespielt und ich durfte gegen China spielen. Ich habe sogar in meinem Einzel geführt: 1:0! Das Spiel habe ich dann verloren, wie hoch weiß ich nicht mehr.“ (grinst)

 

 

 

Was war das kurioseste Ereignis in ihrer langen Tischtennis - Karriere?

Das war bei der Weltmeisterschaft 2012, als ich nach langer Wartezeit auf die österreichische Staatsbürgerschaft endlich in der Nationalmannschaft spielen durfte. Es kam wie es kommen musste. Nachdem ich nicht für die russische Nationalmannschaft nominiert wurde, spielten wir gegen Russland. Wir gewannen 3:0 und es war ein komisches Gefühl gegen sein eigenes Land zu spielen und zu gewinnen.

Sie haben schon so viel erreicht. Welche Ziele haben sie im Tischtennis?

Ehrlich gesagt bin ich gerade sehr glücklich und habe keine großen Ziele für mich persönlich mehr, was ich mir jedoch wünsche, ist dass die Mannschaft wieder ähnlich erfolgreich spielt wie in der vorletzten Saison als wir den 3. Platz in der Meisterschaft erzielten.

Wie sehen sie ihre Rolle in der Mannschaft?

Ich möchte den jungen Spielerinnen mit meiner Erfahrung helfen. 

Welche Ziele haben Sie mit der Mannschaft?

Die Play Offs zu erreichen und möglichst weit in der Europa League kommen, dass wäre mit dieser jungen Mannschaft ein großer Erfolg. Toll wäre es natürlich auch einmal das Final Four in Hannover zu erreichen und um den DTTB Pokal mitzuspielen. Ein anderes wichtiges Ziel ist es, dass wir die Zuschauer von Anfang an begeistern und mitreisen können und somit vor vollen Rängen spielen.

Vielen Dank für das informative und spannende Gespräch Frau Waggermayer. Wir wünschen ihnen und dem TuS Bad Driburg viel Erfolg in der kommenden Saison.

Weitere interessante Exklusivinterviews mit den Spielerinnen und Trainern folgen in den nächsten Wochen in der Neuen Westfälischen Zeitung.

 

Nummer 7: Elena Waggermayer (34) im Porträt:

 

Geburtstag:                                                 30.11.1982

Geburtsort:                                                  Tscheljabinsk (Russland)

Wohnort:                                                     Laboe (Ostsee)

Größe:                                                          1,72 m

Familienstand:                                            verheiratet mit Herbert Waggermayer

                                                                      Tochter: Anna-Sophie

Beruf:                                                           Betriebsleiterin Hotel Admiral Scheer

Hobbies:                                                      Joggen, Kochen, Familienausflüge

Lieblingsessen:                                            Lachsflorelle mit Gemüse

 

Schlaghand:                                                Rechtshänderin

Stärken:                                                       Rückhand Schuß

Beläge:                                                         Rückhand: TSP Spinpips 21, Vorhand: Xiom Vega Pro

Holz:                                                              TSP Award Offensive

Spielt Tischtennis seit:                               Dem 6. Lebensjahr

Stationen:                                                    Karlsruhe, DJK Offenburg, seit 2003: TuS Bad Driburg

Größten Erfolge:                                        2. Platz Jugend Europameisterschaften mit Team Russland

                                                                       3. Platz Jugend Europameisterschaften im Doppel 

                                                                       2. Platz Russische Meisterschaften (2004)

                                                                       WM Teilnehmerin mit Österreich 2012 und 2014

                                                                       8 Jahre Nationalspielerin für Österreich

Saisonbilanz 2016/2017:                           TuS Bad Driburg: 2:3

Bericht von der Neuen Westfälischen. Das Interview führte Christian Seel.

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