SV Böblingen nutzt erwartungsgemäß die Gunst der Stunde

Die personell schwierige Lage bestätigte sich beim TuS Bad Driburg gegen die SV Böblingen. Spitzenspielerin Nina Mittelham reiste verletzungsbedingt erst gar nicht an, und Shi Qi gab ihre Einzel kampflos ab. Im Doppel sprang noch Birgit Osburg aus der Reserve ein, und Edelreservistin Elena Waggermayer übernahm die Position vier. In den Doppeln ergab sich ein sicheres 2:0 zu Gunsten der Sportvereinigung, eine gute Basis für die Einzel, in denen sich die Kurstädterinnen aufbäumten. „Vor der Partie und nach den Doppeln war ich geknickt. Ich wusste was passiert, aber Shi durfte wegen einer Bänderzerrung nicht spielen. Das MRT zeigte bei Nina Besserung. Sie erhielt Akkupunktur damit sich das Ödem noch auflöst. Wir sind zuversichtlich, dass es am nächsten Doppelspieltag mit einem Einsatz klappt. Danach bekam unser Publikum tollen Sport geboten“, erklärte TuS-Manager Franz-Josef Lingens.  

Nach dem souveränen Sieg von Sarah DeNutte gegen Theresa Kraft, drückte auch Waggermayer der defensiv orientierten Rosalia Stähr mit einem 14:12 im vierten Satz ihren Stempel auf. Nach einem 5:2 und 7:9 präsentierte sich die frühere, österreichische Nationalspielerin immer noch sehr nervenstark. Katharina Michajlova zog zuvor ein 3:1 gegen Julia Kaim an Bord. Hier brachte ein 15:13 im dritten Durchgang nach einem 6:2 und 9:10 die wichtige 2:1-Führung der Nummer drei. „Zwischen Elena und Rosalia Stähr ging der Ball nicht selten zwanzig Mal hin und her. Die Zwei zeigten attraktive Angriff-Abwehr-Duelle, bei denen auch Stähr mal die Initiative übernahm“, hob Lingens hervor. 

Die aufkommende Hoffnung wurde durch eine glattes 0:3 von DeNutte gegen Qianhong Gotsch im Keim erstickt. Die Luxemburgerin bekam nicht den Hauch einer Chance, und der nächste kampflose Punkt brachte der SVB das 5:3. „Sarah kann zwar die Bälle sauber ziehen, aber der finale Endschlag fehlte ihr“, so Lingens. Stähr blieb es dann vorbehalten für den Siegpunkt gegen Michajlova mit einem 3:1 zu sorgen. „Natürlich spielten uns die personellen Sorgen unserer Gastgeberinnen in die Karten, aber zum Sport gehören auch Verletzungen. Nur schade für die Zuschauer, dass ein paar interessante Spiele ausblieben. Theresa und Julia machten ihre Sache gegen das stärke Doppel sehr gut. Und Julia und Rosalia kämpften im ersten Einzeldurchgang vorbildlich. In der zweiten Runde lief es besser, da hätte auch Julia gegen Waggermayer deutlich gepunktet, aber das zählte nicht mehr. DeNutte spielte temporeich und mit viel Spin, aber gegen Hongi reichte das nicht. Wir sind froh und zufrieden über nunmehr 12:12 Punkte“, kommentierte SVB-Coach Andrzej Kaim. „Uns war bewusst, dass die Spielsysteme in der zweiten Runde nicht ideal für uns waren. Katharina ist gegen Abwehr keine Spezialistin, und bei Elena hätte sich ihr mangelndes Training gegen das schnelle Offensivspiel von Kaim negativ ausgewirkt. Wir konnten unter diesen Bedingungen aber sehr gut mit dem Ergebnis leben“, zog der TuS-Manager Bilanz.  

Text: Martina Emmert
Fotos: Holger Straede

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