Nina Mittelham präsentiert sich in Topform

Höhen und Tiefen haben den Weg von Nina Mittelham vom TuS Bad Driburg schon seit geraumer Zeit gepflastert. Mit dem Triumph gegen Qianhong  Gotsch von der SV Böblingen schüttelte die Nummer eins kurz vor ihrem 20. Geburtstag wieder einmal ein Highlight aus dem Ärmel. Auch Sarah DeNutte überzeugte bei den Kurstädterinnen doppelt, sodass das TuS-Punktekonto mit 7:5 recht komfortabel ausgestattet ist. Der Sportvereinigung fehlten Erfolgserlebnisse aus zwei knappen 2:3-Spielen.

 

 

Die SV Böblingen und der TuS Bad Driburg genossen in dieser Saison schon sehr intensive Spiele, und auch der direkte Vergleich entpuppte sich bis zum 3:3 ausgeglichen. Dann kristallisierte sich im oberen Paarkreuz die entscheidende Phase heraus. Das Spitzenduell zwischen der 48-jährigen Abwehrqueen Qianhong Gotsch und ihrer jungen Konkurrentin Nina Mittelham entwickelte sich beim 8:11, 8:11, 11:8, 8:11 zum Zünglein an der Waage. „Wir hatten eigentlich darauf spekuliert, dass Nina nach den Swedish Open ein wenig ausgepowert ist. Aber dem war überhaupt nicht so. Sie agierte sehr variabel, extrem temporeich und bestimmte das Einzel mit ihrer Vorhand. Platzierte die Bälle weit nach außen. Gegen Abwehrakteurinnen braucht sie ihre Rückhand nicht, deshalb spielte sie genial“, analysierte SVB-Coach Andrzej Kaim. Am Nebentisch lieferten sich Rosalia Stähr und Shi Qi eine kuriose Partie. Nach einem 11:3, 11:9 marschierte die Nummer zwei der Sportvereinigung zielstrebig ihrem ersten Einzelsieg in dieser Serie entgegen. Dass das eher defensive Spielverhalten nicht zu den geliebten Systemen der Chinesin zählt, trat wieder einmal zu Tage. Doch augenscheinlich ging der Kurstädterin zum deutlichen 11:3, 11:5 ein Licht auf, das nach einem 2:5 im Entscheidungssatz prompt zu erlöschen drohte. Zum 7:5 wendete Shi erneut das Blatt, und verwandelte zum 11:9 ihren zweiten Matchball und umjubelter 5:3-Führung. Im Doppel zog das TuS-Spitzenduo mit einem engen 11:7, 8:11, 11:6, 8:11, 11:9 gegen Gotsch/Stähr einen weiteren Bigpoint an Land. Im fünften Abschnitt lagen die Beiden 5:8 zurück. „Durch diese beiden knappen Niederlagen reichte es am Ende nicht ganz für uns. Rosi hatte im fünften Satz Pech. In der Schlussphase lag Shi am Boden, spielten einen Kantenball auf die Kante zurück. Den bekam Rosi nicht mehr. Anfangs war sie mit voller Konzentration dabei. Die Entscheidung zwischen Angriff- und Abwehrbällen klappte prima. Mit dem Gedanken an die Niederlagen war der Druck wohl letztendlich zu groß. Im Doppel war es auch Nina, die mit sicheren Attacken den Sieg klaute“, berichtete Kaim.

 

„Die Stimmung bei uns ist natürlich fantastisch. Hongi unterlief im Doppel zum 8:6 ein Fehlaufschlag. Das war für uns die Initialzündung. Da Nina und Qi auch in den verlorenen Sätzen vorn lagen, war der Sieg nicht unverdient. Im Einzel ergaben sich lange Rallyes, manchmal zog Nina zehnmal hintereinander mit der Vorhand. Und Qi nahm gegen Stähr das Risiko zurück, bereitete ihre Bälle dank des Coachings von Elena besser vor“, gab TuS-Manager Franz-Josef-Lingens Auskunft. Im hinteren Paarkreuz löste der Punkt im Doppel bei den Böblingerinnen Theresa Kraft/Julia Kaim gegen Sarah DeNutte/Elena Waggermayer Zufriedenheit aus. Im Einzel ließ sich die harte Nuss gegen die luxemburgische Nationalspielerin DeNutte nicht knacken. Kaim unterlag 0:3, ließ nach einem 10:5 im zweiten Satz allerdings eine riesengroße Chance zum Satzausgleich ungenutzt. Auch Kraft musste schließlich die Stärke von DeNutte beim 0:3 anerkennen. Im dritten Abschnitt bäumte sich Kraft nach einem 5:9 noch einmal viel Gegenwehr, denn erst ein 14:16 besiegelte die Niederlage. „Sarah verhinderte ein gutes Ergebnis aus unserer Sicht. Sie verfügt über ausgezeichnete Aufschläge. Theresa und Julia haben keinesfalls enttäuscht, denn die einzelnen Sätze verliefen umkämpft. Ich sprach nach der Begegnung mit Zuschauern, die die Leistung der Mannschaft absolut in Ordnung fanden. Dann sind auch wir zufrieden“, sagte Kaim.

„Sarah meisterte die Engpässe hervorragend. Sie ärgert sich nicht, sondern bleibt ruhig. Insgesamt eine tolle Teamleistung“, freute sich Lingens.

Text: Martina Emmert
Bilder: Holger Straede

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