Bad Driburger geben trotz Manko nicht klein bei

Eine etwas längere Erholungsphase hätte beiden Kontrahenten wohl ganz gut getan, denn der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim steckte der 6:4-Krimi beim TV Busenbach in den Knochen. Der TuS Bad Driburg hatte an dem 2:3 in der Champions-League gegen die Linz AG Froschberg zu knabbern. „Trotz der Niederlage war die Heimpremiere ein toller Event. Mit Hallensprecher, Hymnen und einem absolut begeistertem Publikum“, schilderte TuS-Manager Franz-Josef Lingens die Atmosphäre. Selbstverständlich waren beide Parteien professionell am Werk. Den Gästen machte das Handicap zu schaffen, dass Katharina Michajlova das Doppel und ihre Einzel wegen einer Verletzung kampflos abgab. Als im oberen Paarkreuz die Bingerinnen auf 3:1 erhöhten sollten die Würfel aber noch längst nicht gefallen sein, denn beim 4:5 rettete nur der kampflose Punkt aus dem finalen Einzel den Bingerinnen das Unentschieden. 

 

Der TuS-Spielerin Shi Qi blieb im ersten Anlauf ein schönes Geschenk an ihrem 29. Geburtstag beim 9:11, 14:12, 8:11, 11:9, 9:11 gegen Abwehrass Ding Yaping verwehrt. Die Nummer zwei der Kurstädterinnen steckte zu keiner Zeit auf, holte sogar deutliche Rückstände auf. Nina Mitteham, die im Doppel mit Shi noch ein 3:0 gegen Ding/Wan Yuan einsackte, blieb gegen eine überragende Hana Matelova mit 1:3 auf der Strecke. „Qi zog diesmal die Bälle konsequent weiter, vermied das Risiko. Ein gutes Spiel von ihr, denn sonst erhielt sie immer nur ein paar Punkte pro Satz. Die Durchgänge von Nina waren eng und verliefen unglücklich“, meinte Lingens. Ein Lichtblick am Ende des Tunnels offenbarte sich nach dem Sieg von Sarah DeNutte, die Wan mit einem letztendlich ungefährdeten 3:1 erst die zweite Saisonniederlage im Einzel beibrachte. Und Mittelham bestätigte ihren Erfolg von der Pokalqualifikation gegen Ding. Im vierten Durchgang legte die TuS-Spitzenspielerin ein 10:4 vor. Beim 10:6 sorgte ein Time-out für neue Inspirationen, die zum 11:6 prompt umgesetzt wurden. „Sarah überzeugte in beiden Einzeln. Sie gab ihren Gegnerinnen keine Chance. Nina lieferte gegen Ding eine Demonstration ab. Da kam die „alte“ Nina zum Vorschein mit entsprechendem Selbstvertrauen. Nina befindet sich aber immer noch in der Aufbauphase“, betonte der TuS-Manager. 

Die Bingerinnen hatten nach diesem 4:3-Zwischenstand das Unentschieden durch den zweiten kampflosen Zähler schon in der Tasche, aber die Gunst der Stunde sollte natürlich zum doppelten Punktgewinn genutzt werden. Zwischen Matelova und Shi entbrannte ein nahezu identisches Duell wie im Pokal, doch diesmal riss die Tschechin nach einem 0:2 das Ruder nicht mehr herum, und die Chinesin durfte sich doch noch über einen Sieg freuen. „Alle Drei haben top gespielt, und wir sind mit der Punkteteilung mehr als zufrieden“, fiel das Fazit bei Lingens positiv aus. „Die Spielerinnen sind Doppelspieltage gewohnt. Daran lag es nicht. Unser Konkurrent verdiente sich das Remis, das müssen wir akzeptieren. Hana zeigte eine ausgezeichnete Leistung gegen Nina. Und wenn sie gegen Shi den dritten Satz geholt hätte, wäre das Match eventuell noch gekippt. Aber letztendlich war der TuS als Trio gut, wir können mit dem 5:5 leben“, sagte TTG-Vorsitzender Joachim Lautebach mit Blick auf die insgesamt 9:3 Punkte.

Text: Martina Emmert
Bilder: Holger Straede

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