Shi Qi bewahrt den TuS Bad Driburg vor einem Remis

Der TuS Bad Driburg meisterte die erschwerten Bedingungen durch zwei kampflos abgegebene Punkte beim TSV Schwabhausen letztendlich gut. Die Nummer vier Katharina Michajlova knickte am Donnerstag mit dem Fuß um und fiel aus. Ersatz war kurzfristig nicht zu finden. In einer spannenden Schlussphase lag für den Tabellenneunten ein Unentschieden durch Chantal Mantz in der Luft. Das Highlight der Partie entwickelte sich gegen Shi Qi beim 14:12, 9:11, 10:12, 14:16. Der fünfte Punkt war dem Konto der Bayerinnen schon gutgeschrieben. Im dritten Abschnitt ging Mantz ein 9:7 durch die Lappen, und im vierten Durchgang reichten sechs Satzbälle nicht zum 2:2-Ausgleich. Beim 14:14 nahm die Chinesin Time-Out. Obwohl Mantz mit eigenem Aufschlag das Spiel fortsetzte, machte Shi den Sack mit ihrem ersten Matchball zu. Der Jubel ihrer Mannschaftskolleginnen und Manager Franz-Josef Lingens schlug der Asiatin entgegen. „Der Verlauf war kurios, denn erst hatte Chantal einige Glückbälle auf ihrer Seite, dann erfolgte zum 14:15 ausgleichende Gerechtigkeit. Aber es war halt so wie immer, wenn man seine Chancen nicht nutzt, folgt die Strafe auf dem Fuß. Insgesamt konnten wir nur ein Einzel regulär gewinnen. Im Doppel sollte neben Christina Feierabend die Schwester von Chantal, Sarah Mantz antreten, aber der Punkt ergab sich ohne Spiel. Zu wenig für ein Unentschieden“, resümierte TSV-Pressesprecher Harald Dannhauer.

Die Entscheidung zu Gunsten der Kurstädterinnen fiel im oberen Paarkreuz mit einem 3:1, denn Shi zeichnete sich beim ersten TuS-Sieg der Rückrunde gleich zweimal aus. Gegen Abwehrspielerin Yang Ting fand die Nummer zwei der Gäste längst das richtige Rezept, sodass ein glattes 11:7, 11:4, 11:5 herausprang. „Qi präsentiert sich extrem zuverlässig. Die Partie gegen Mantz stand unter dem Stern ein 5:5 zu verhindern, mit dem wir unter diesen Voraussetzungen auch hätten leben können. So sind wir natürlich sehr zufrieden“, sagte Lingens. Spitzenspielerin Nina Mittelham, die mit Shi außerdem das Doppel gewann, präsentierte sich beim 11:9, 14:12, 11:6 gegen Yang auf der Höhe. Im zweiten Durchgang riss die Nationalspielerin ein 2:6 herum. Weniger Glück mit ihren Aufholjagten besaß Mittelham im Prestigeduell gegen Mantz. Mantz, die nach der Saison dem Lockruf von Tabellenprimus ttc berlin eastside folgt, agierte beim 12:10, 11:9, 12:10 nervenstark. Im ersten Satz führte die Mädchen-Europameisterin von 2014 deutlich mit 7:2 und 10:8, im zweiten ebenfalls 7:2 und 10:5. Lediglich der dritte Durchgang bildete bis zum 8:8 eine Ausnahme. Beim 9:10 wehrte die 19-Jährige sogar einen Satzball ab. „Nina war gegen Mantz unsicher. Ihr unterliefen leichte Fehler. In der Endphase der Sätze war sie im Pech. Mit dem Erfolg gegen Yang machte Nina alles wett. Nicht ganz leicht gegen ein völlig anderes Spielsystem. Sie musste richtig arbeiten. Unsere Nummer eins benötigt dringend Erfolgserlebnisse wie diese“, erklärte Lingens.

 

„Tinka unterliefen einige Rückschlagfehler, die ungewöhnlich bei ihr waren. Shi stand aber auch sehr nah am Tisch. Dadurch kamen die Returns extrem schnell zurück. Und Nina verteilte die Bälle gut, der finale Schuss nach ein, zwei Topspin-Angriffen kam zu hart. Gegen Chantal, die gern aus der Halbdistanz spielt, streute sie auch ansatzlose Stoppbälle ein“, analysierte Dannhauer. Vor Selbstbewusstsein strotzte beim Klub aus Nordrhein-Westfalen nicht ganz unerwartet Sarah DeNutte. Nach einer glänzenden Teamweltmeisterschaft blieben Christina Feierabend und abschließend Eva-Maria Maier gegen die Luxemburgerin ohne Möglichkeiten. „Christina war nicht ganz so chancenlos, aber individuelle Fehler wirkten sich gravierend aus. DeNutte platzierte die Bälle hervorragend, und Nervosität war bei ihr auch bei Rückständen nicht zu spüren“, so Dannhauer. „Sarah kennt momentan keine Angst. Sie war technisch ihren Gegnerinnen überlegen“, lobte Lingens.

Text: Martina Emmert

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