TuS Bad Driburg muss kurz zittern

Böblingen. Freud und Leid haben bei der SV Böblingen im Kampf um den Klassenerhalt gegen den TuS Bad Driburg dicht beieinander gelegen. Die Abwehrspielerinnen Qianhong Gotsch und Rosalia Stähr trotzten dem TuS vier Einzelpunkte ab, aber im Doppel ging dem Duo eine 2:0-Satzführung gegen Nina Mittelham/Shi Qi flöten. Die kampflosen Punkte von Anja Schuh waren in diesem Fall durchaus die richtige Taktik. Mit 3:13 Zählern, aber dem besseren Spielverhältnis gegenüber dem punktgleichen TSV Schwabhausen, verteidigte die Sportvereinigung den achten Tabellenplatz. Am finalen Spieltag der Hinrunde stehen sich die beiden Konkurrenten direkt gegenüber. Den Siegpunkt für die Kurstädterinnen markierte Katharina Michajlova.

Das Doppel von Nina Mittelham und Shi Qi vom TuS Bad Driburg legte bei der SV Böblingen den Grundstein zum Sieg. Nach einem 0:2-Satzrückstand gegen das Abwehrduo Qianhong Gotsch/Rosalia Stähr kamen die Kurstädterinnen stärker auf und wendeten das Blatt mit einem 11:6, 11:9, 11:7. Die kritische Phase im vierten Durchgang beim 5:9 meisterte das TuS-Duo bravurös. Sarah DeNutte/Katharina Michajlova markierten souverän das 2:0 gegen Theresa Kraft/Julia Kaim. „Wir trafen die Konstellation nicht wie gewünscht. Anfangs machten die Gegnerinnen von Hongi und Rosi noch Fehler. Dann agierten sie zunehmend cleverer. Shi Qi spielte einen sicheren Ball, und Nina Mittelham trumpfte mit vollem Risiko auf. Ihre Bälle sind nur schwer zu returnieren“, erklärte SV-Coach Andrzej Kaim. Schon zu diesem Zeitpunkt baute sich für Tochter Julia Kaim hoher Erfolgsdruck vor den Einzeln auf.

„Für uns war die Ausgangslage prima. Wir konnten unseren Gastgeberinnen gleich den entscheidenden Streich spielen. Das war für uns die halbe Miete“, freute sich TuS-Manager Franz- Josef Lingens. In den Einzeln positionierte die Sportvereinigung Anja Schuh im oberen Paarkreuz, die ihre Spiele erwartungsgemäß kampflos abgab. Dass Stähr dafür an Position drei antrat, sollte sich beim 3:1 gegen Michajlova und 3:1 gegen DeNutte prompt auszahlen. Zusammen mit den beiden sehr deutlich herausgespielten Einzelpunkten von Spitzenspielerin Qianhong Gotsch reichte es aber nicht zur Punkteteilung für die Gastgeberinnen. Die gemeinsame Niederlage bildete das Zünglein an der Waage.

Ihren Siegeszug aus den letzten sieben Partien setzte DeNutte im hinteren Paarkreuz zumindest gegen Kaim fort. „2014/15 war ich in Bad Driburg neu. Doch schon in der Rückrunde fing ich an besser zu spielen. Inzwischen habe ich mich auch auf den Plastikball eingestellt, was zum Anfang für mich schwierig war“, nennt die Luxemburgerin Gründe für ihre erfreulichen Ergebnisse. Die 17-Jährige Mädchen-Nationalspielerin machte der Nummer drei das Leben allerdings ganz schön schwer. Nach einem 5:11, 8:11 glich Kaim zum 2:2 aus. Ein schneller 2:6-Rückstand brachte jedoch die Vorentscheidung zum 8:11. Das 9:11, 7:11, 11:8, 8:11 gegen Stähr blieb ohne Folgen, denn Michajlova behauptete sich letztendlich sicher mit 3:0 gegen Kaim. „Julia wusste genau, dass alles perfekt klappen musste. Rosalia ist da erfahrenen, sie konnte mit der Situation klar kommen. Sarah DeNutte verfügte natürlich über entsprechendes Selbstvertrauen nach ihrer blendenden Ausbeute“, sagte Vater Kaim.

„Sarah fing sich glücklicherweise im fünften Satz gegen Kaim. Sehr souverän, ebenso wie Katharina. Ihr lag das offene Spielsystem der Nummer vier wesentlich besser. Wir sind total happy, denn am letzten Spieltag der Hinrunde können wir sogar um Platz drei spielen. Wir haben keinen Schwachpunkt mehr im Team“, zeigte sich Lingens überaus zufrieden.

Text: Martina Emmert

Tags: