Spannung pur bis zum letzten Ballwechsel - 5:5 im Derby gegen den TTV Hövelhof

Drei nicht genutzte Matchbälle im Doppel fehlten dem TuS Bad Driburg im ostwestfälischen Derby beim TTV Hövelhof in der Endabrechnung zum Sieg. Dieser Lapsus unterlief Sarah DeNutte/Katharina Michajlova nach einem deutlichen 11:5, 11:7, 10:8 und 12:11 gegen Linda van de Leur-Creemers/Yvonne Kaiser. Das Spiel kippte zum 13:15, 3:11, 7:11.

Am Nebentisch drehten Nina Mittelham/Shi Qi ein 9:11 zum 11:9, 11:9, 11:3 gegen Svetlana Ganina/Aimei Wang, doch der Wind konnte dem Abwehrduo nicht aus den Segeln genommen werden. In hochklassigen und dramatischen Einzeln revanchierten sie sich für diese Niederlage. Ganina stand nach einem 1:2 und 9:10 im vierten Durchgang ebenso mit dem Rücken zur Wand, wie nach einem 6:3, 9:10 im Entscheidungssatz. In beiden Fällen meisterte die TTV-Spitzenspielerin die kritische Situation zum 12:10, 12:10. Dann war es Mittelham, die im vierten Abschnitt gegen Wang zwei Matchbälle abwehrte und sich mit einem 12:10 in den Fünften rettete. Nach dem 6:11 erlosch die Hoffnung der Kurstädterinnen, während der Neuling sich nach diesem doppelten Coup schon zum zweiten Mal heimlich ins Fäustchen lachte. Der TUS hatte in der Pause anstatt Weihnachtsplätzen ganz schön an dem Rückstand zu knabbern.

 

Die Wende leitete DeNutte ein, die nach einem 0:2-Satzrückstand gegen Kaiser ihre erfolgreiche Aufholjagd mit einem 11:7 im fünften Satz krönte. „Nach unserem 1:4 war es für Sarah unheimlich schwierig, aber sie biss sich durch. Und van de Leur-Creemers kam mit ihrem beidseitigen Topspin überhaupt nicht klar. Daraus resultierte unsere 5:4-Führung“, lobte TuS-Manager Franz-Josef Lingens. Dieser Triumph diente Mittelham und Shi als Initialzündung. Im Spitzeneinzel siegte Mittelham mit 6:11, 13:11, 12:10, 11:2. Im zweiten Satz ließ sich Ganina einen 8:4 und 11:10 zu Nichte machen. Unglaublich was die 19-jährige Nummer eins im dritten Abschnitt nach einem 3:7 und 5:10 vollbrachte. Kein Wunder, dass bei ihrer Gegnerin der Widerstand erlosch. Shi legte gegen Wang ein glattes 11:5, 11:2 vor, doch erst beim 11:8 im fünften Satz durfte zum 4:4-Ausgleich gejubelt werden. „Nina schoss echt den Vogel ab. Sie sagte hinterher, dass sie selbst nicht wisse, wie sie das angestellt habe. Das war einfach nur Traumtischtennis, und dabei hatte sie gegen Wang schon viel Kraft gelassen. Qi lag im Fünften noch 7:8 hinten, also sind wir über das Remis total happy. Ein Hammerspiel. Nur Katharina war ein wenig traurig, sie bewegte sich nicht so gut wie sonst“, resümierte Lingens.

 

„Ein typisches Derby. Zu keinem Zeitpunkt war klar wie es ausgeht. Nach unserem glücklichen 4:1 wollten wir eigentlich gewinnen. Yvonne agierte mit Blick auf ein 3:0 im entscheidenden Moment gegen DeNutte zu vorsichtig. Bei einem 5:1 wäre der TuS wohl auch nicht mehr zurückgekommen. Überrascht war ich davon, dass Svetlana sich das Spiel gegen Mittelham noch aus der Hand nehmen ließ. Yvonne bewahrte abschließend die Nerven, und das Publikum bedankte sich mit standing Ovationen. Wir haben jetzt 7:7 Punkte und mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. Wir sind zufrieden“, meinte TTV-Manager Klaus-Dieter Borgmeier. 

 

Text: Martina Emmert
Bilder: Holger Straede

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