Nina Mittelham und Sarah DeNutte triumphieren

Beim TuS Bad Driburg hat die Kerze zum ersten Advent einen besonders hellen Schein. Mit dem knappen Sieg gegen den Zweitplatzierten TUSEM Essen ergaben sich unbeschreibliche Glücksmomente, denn bei Spitzenspielerin Nina Mittelham feierte ein erstaunliches Comeback. Nicht weniger Anteile besaß Sarah DeNutte, die an Position drei zweimal gewann. Über den sechsten Punkt durfte Katharina Michajlova jubeln.  Überraschungen waren beim TuS Bad Driburg, der den Tabellenzweiten TUSEM Essen begrüßte, an der Tagesordnung. Im Doppel blitzte bei TuS-Spitzenspielerin Nina Mittelham an der Seite von Shi Qi schon Spielfreude auf. Nach einem 6:3, 8:10, 14:12 war der Bann gegen Nadine Bollmeier/Su Yan zum 11:5, 11:6 gebrochen. Nach einer 0:8-Durststrecke legte Mittelham dann mit 11:9, 7:11, 11:5, 12:10 gegen Linkshänderin Barbora Balazova auch den Hebel im Einzel um. Die Slowakin bäumte sich nach einem 4:9 noch einmal auf, aber der Rettungsversuch scheiterte. Am Nebentisch trumpfte dafür Bollmeier großartig auf, die mit einem knappen 3:2 ihre ehemalige Teamkameradin Shi zum 2:2-Pausenstand besiegte.

Das Spannungsbarometer stieg vor der zweiten Einzelrunde im oberen Paarkreuz, denn keine Partei schaffte das Break. Die Gäste waren dicht davor, denn Alena Lemmer, die schon im Doppel mit Balazova gewann, glich nach einem 0:2 gegen Sarah DeNutte aus. Im dritten Satz vereitelte die 18-jährige Essenerin zwei Matchbälle der Luxemburgerin. Im fünften Abschnitt fand DeNutte den Faden wieder, arbeitete sich Stück für Stück über ein 6:3 zum 11:6 nach vorn. Su geriet gegen Katharina Michajlova mit 1:2 ins Hintertreffen. Doch hier war es der TUSEM-Neuzugang, der mit einem 11:6, 11:3 keine Niederlage zuließ. Nach diesem Hin und Her schaukelte die Begegnung einem Unentschieden entgegen. Mittelham festigte ihren glanzvollen Auftritt mit einem 3:1 gegen Bollmeier, die im vierten Abschnitt ein 5:2 und 9:9 hatte. Shi war dann wohl nicht ganz wohl in ihrer Haut, denn auch das zweite Einzel verlor die Nummer zwei. Nach einem 4:11 gewann Balazova zum 11:8, 12:10 und 17:15 Oberwasser. Im vierten Durchgang vergab die Chinesin gleich dreimal die Chance zum Satzgleichstand.

Um Kopf und Kragen hätte sich in der Schlussphase dann beinahe DeNutte gegen Su gebracht. Nach einem 11:6, 10:3 verspielte die Nummer drei den schönen Vorsprung und durfte erst nach einem 13:11 einmal kräftig durchpusten. Eine Auszeit beim 0:3 verhalf der Essenerin plötzlich auf die Sprünge, und auch Lemmer schöpfte nach dem 1:2-Satzanschluss Hoffnung. Nach gut drei Stunden Spielzeit war jedes Resultat denkbar. Michajlova blieb wie schon des Öfteren bewiesen cool und vereinnahmte mit einem 11:6 den fünften Punkt. DeNutte lag zeitgleich 11:10 in Führung und wurde nach dem 12:10 von ihren Teamkolleginnen und Manager Franz-Josef Lingens überfallartig bestürmt. Die 23-Jährige brachte Su damit im hinteren Paarkreuz die erste Saisonniederlage bei.

„Nina Mittelham packte ihre Form von früher aus. Das war ja irgendwann einmal zu befürchten. Wir hatten darauf spekuliert hinten Zählbares zu vereinnahmen, das klappe mit einem 1:3 nicht. Sarah DeNutte präsentierte sich zur Vorsaison verbessert. Eigentlich machte ich mir bei Yan auch nach dem 0:2 keine Sorgen, da sie sich taktisch variabel zeigte. Doch diesmal fehlte ihr die Stabilität, Sarah war den Tick stärker. Alena verlor beide Partien, zeigte aber keine schlechte Leistung. Gegen die TTG Bingen fuhren wir ein 6:4 ein, heute unterlagen wir 4:6. Unser Anspruch heißt nicht unbedingt Platz aber, aber natürlich hätten wir gern gewonnen. Die Spielerinnen sind keine Maschinen und die Erfolge gegen unsere ehemalige Nummer eins Shi Qi waren eigentlich auch nur ein schwacher Trost“, fasste TUSEM-Teammanager Klaus Ohm zusammen. 

 „Wir haben nicht zu laut getönt. Nach dem 4:4 hätte ich allerdings auch ein Remis unterschrieben. Doch es dauerte nicht lange, bis zu erkennen war, dass die Gegnerinnen mit unseren Systemen nicht klar kamen. Sarah entnervte Su mit ihrem beidseitigen Topspin, und Katharina gewann Vorteile durch ihr schnelles Konterspiel. Nina war natürlich total happy, sie darf ab sofort wieder dreimal in der Woche trainieren. Sie spielt einfach begnadete Bälle. Qi hatte Pech. Der Matchball von Nadine touchierte so etwas von knapp die Kante. Wir hätten also durchaus auch deutlicher gewinnen können“, zog TuS-Manager Franz-Josef Lingens das erwartet positive Fazit.

Text: Martina Emmert

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