Der TuS Bad Driburg hält seine Nerven in Zaum

Leipzig. Bis zum letzten Ballwechsel hat sich das Spiel zwischen den LTTV Leutzscher Füchsen 1990 und dem TuS Bad Driburg auf des Messers Schneide bewegt. Vier Partien gingen in den fünften Satz, aber nur einmal gewann der Gastgeber. Die Nummer zwei der Leipzigerinnen Marina Shavyrina präsentierte sich in sehr guter Form, dem Kontrahenten glückte ein wichtiger Mannschaftserfolg. Das MDR Fernsehen war vor Ort, und ein Ausschnitt wird am Sonntagabend in der Sendung Sachsenspiegel zu sehen sein.

 

LTTV Leutzscher Füchse 1990 – TuS Bad Driburg: 3:6

Leipzigerinnen werden für großartigen Kampf nicht belohnt

Trainer Kai Wienholz von den LTTV Leutzscher Füchsen 1990 hat seinem Stammquartett mit Kathrin Mühlbach, Marina Shavyrina, Anna-Marie Helbig und Huong Do Thi das Vertrauen geschenkt. Neuzugang Maria Pia Lorenzotti aus Uruguay wurde Zeit gegeben, sich an die Luftveränderung zu gewöhnen. Und die Fähen konnten die Spuren des TuS Bad Driburg auch so gut lesen. Die mehr als 100 Zuschauer heizten die Stimmung im Fuchsbau schnell an, und der erste Siedepunkt wurde beim 2:2 erreicht. Shavyrina ließ die längst von ihr erwartete Bombe mit einem 13:11, 4:11, 10:12, 11:5, 11:4 gegen Nina Mittelham platzen. Gegen die gegnerische Nummer eins Shi Qi stand die Russin dann kurz davor eine Rakete zu zünden, aber diese erstickte die Chinesin vor der Explosion mit einem 11:7 im fünften Abschnitt. Nach einem 2:6, aber 5:7 zwang Shavyrina ihre Konkurrentin zum Time-out. Beim 7:7 spitzte sich die Partie dramatisch zu. Ihren ersten Matchball verwandelte Shi gekonnt, damit war der Zittersieg perfekt.

 

„Das gesamte Spiel kostete ganz schön Nerven. Anfangs sah es nicht nach einem 6:3 aus, im Gegenteil, es war echt haarig. Shavyrina sah ich noch nie so stark. Der Erfolg von Qi stand auf wackeligen Beinen. Leider hatte Nina wieder Probleme mit dem Rücken. Zudem war sie noch total erkältet. Ein Jammer, denn Nina möchte natürlich so gern fit sein. Es tut mir richtig weh“, bedauerte TuS-Manager Franz-Josef Lingens. Den Gästen brach unter dem Druck der Leipzigerinnen immer wieder der Angstschweiß aus, und im hinteren Paarkreuz fehlte dem TuS ja Sarah DeNutte wegen ihrer Teilnahme an der Europameisterschaft. Im Doppel blieb für die Edelreservistin Elena Waggermayer/Katharina Michajlova ein Erfolg aus. Helbig/Do Thi hätten den Auftakt schon fast unter das Motto kalt erwischt stellen können, aber da zogen Mittelham/Shi Qi mit einem 11:8 im fünften Satz gerade noch den Kopf aus Schlinge.

 

Der Nummer drei Helbig war es dann ebenso wenig vergönnt ihren Matchball zu nutzen wie Do Thi und Mühlbach, denen Satzbälle zur Verfügung standen. Das LTTV-Trio quittierte entscheidende Niederlagen. Bei den Kurstädterinnen erhielt das Break im hinteren Paarkreuz das Prädikat wertvoll. „Elena verfügt einfach über einen guten Kopf, denn ihr Training ist gleich null. Für mich gegen Helbig das Schlüsselspiel, denn im vierten Durchgang lag Elena 9:4 vorn, als sie sich dann einem 10:11 gegenüber sah. Das war ein von Helbig sehr emotional geführtes Einzel. Nach dem 12:14 aus ihrer Sicht erholte sie sich im Entscheidungssatz nicht mehr. Ganz überragend agierte Katharina, die das 4:2 und letztendlich unseren sechsten Zähler holte. Sie war mit dem 3:0 gegen Helbig zügiger fertig als Shi“, beichtete Lingens, der noch einmal die Wichtigkeit der ersten Saisonpunkte unterstrich.  Mühlbach fuhr noch, begünstigt durch die Verletzung von Mittelham, ein glattes 3:0 zum 3:4-Anschluss ein. „Unser Trainer meinte, dass sich das Team keine Vorwürfe machen müsse. Vor allem Marina habe sensationell gespielt. Der vergebene Matchball von Anna war bitter. Sie trauerte der vergebenen Chance im fünften Satz auch zu lange nach, obwohl sie es gut versteht sich zu puschen. Anna geht aus sich heraus und holt die Fans dadurch mit ins Boot. Der Leistungsvorsprung unserer Gegnerinnen schmilzt, aber auf Dauer hilft uns die Bewertung gut gespielt nicht. Wir brauchen etwas Zählbares. Kai Wienholz gibt sich zuversichtlich. Wenn die Mannschaft jede Aufgabe so bestreite, würden Erfolge nicht mehr lange auf sich warten lassen“, erklärte LTTV-Pressesprecher Christian Heck. 

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