Gastgeberinnen nutzen Gunst der Stunde

Irgendwann im Laufe einer Saison gleichen sich Vor- und Nachteile immer mal wieder aus. Die personellen Probleme, die Aufsteiger TuS Bad Driburg arg zusetzten, schlugen gegen die SV Böblingen ins Gegenteil um. Die Nummer zwei der Gäste Mitsuki Yoshida gab das Doppel mit Julia Kaim sowie ihre beiden Einzel kampflos ab. Dadurch wanderten bereits drei Punkte vorab auf das Konto der Kurstädterinnen. SV-Spitzenspielerin Qianhong war es dann, die einen vielleicht schon entscheidenden Rückstand vor der Pause verhinderte. Zusammen mit Anja Schuh kaufte die Abwehrspezialistin nach einem 11:8, 11:6, 3:11, 9:11, und einem kontinuierlichen Rückstand im fünften Satz, Andrea Todorovic/Sarah de Nutte mit einem 11:9 doch noch den Schneid ab. Ein 3:1 gegen Waggermayer, die sich durchaus achtbar aus der Affäre zog, brachte das 2:2.

Durchbruch ergibt sich auf den Positionen drei und vier
Im hinteren Paarkreuz glückte dem TuS dann das erhoffte Break. Den Anfang machte Katharina Michajlova mit einem 12:10, 12:10, 11:2 gegen Kaim. Im ersten Durchgang lag die Bad Driburgerin 5:2 vorn, aber auch 8:9 hinten, sodass die Mädchen-Nationalspielerin durchaus ihre Chance besaß. Ähnlich verlief der zweite Abschnitt, diesmal holte Kaim ein 2:5, und 7:10 auf. Erst danach erlosch der Widerstand. Die Serbin Todorovic schloss ihren letzten Auftritt beim Tabellensiebten mit einem souveränen 3:0 gegen Schuh positiv ab. Im Topduell der Generationen zwischen der 18-jährigen Nina Mittelham und der 46-jährigen Gotsch, stand die Nummer eins der Sportvereinigung nach dem 2:5 unter Zugzwang. In der Vorrunde musste sich Mittelham noch knapp in fünf Durchgängen beugen, diesmal zwang die Weltmeisterschafts-Teilnehmerin ihre mit allen Wassern gewaschene Konkurrentin nach einem 11:8, 11:8, 9:8 zum Time-out. Die Wende blieb aus, und nach dem erneuten 8:11 aus Sicht von Gotsch zog die Europameisterin von 2000 respektvoll den Hut vor der Leistung von Mittelham.

Statement SV Böblingen – Coach Andrzej Kaim
„Die Ausgangsposition für uns war von Anfang an schwierig, weil Mitsuki sich beim Training mit Hongi an der Schulter verletzt hatte. Anja machten Nackenbeschwerden Probleme, sie begann diese Woche erst wieder mit dem Training , und meine Tochter Julia konnte wegen einem Magen-Darm-Infekt in den vergangenen Tagen nichts machen. Aber Bad Driburg verfügt auch über eine starke Mannschaft, da konnten wir nur gratulieren. Nina agierte gegen Hongi sehr gut, fehlerfrei, absolut sicher und clever. Auf das 3:0 kann sie schon stolz sein. In der Höhe zu gewinnen, dass will schon etwas heißen. Sobald der Ball auch nur etwas zu hoch kam zog Nina mit der Vorhand einen schnellen Topspin oder verwandelte ihn knallhart direkt – Kompliment. Wir sind natürlich mit dem Ergebnis nicht zufrieden, müssen aber unter den Voraussetzungen damit leben.“

Kommentar TuS Bad Driburg – Manager Franz-Josef Lingens
„Das war schon eine Demonstration von Nina, die Halle stand Kopf. Auch wenn sie auf der Rückhand angespielt wurde, sprang sie schnell um. Nina agiert schon stark vorhandorientiert. Natürlich halfen uns die drei kampflosen Punkte auf die Sprünge, aber die Mannschaftsleistung war tadellos. Wir zeigen immer mehr, was in uns steckt. Im Doppel sah es bei Andrea und Sarah erst danach aus, dass sie haushoch verlieren. Nach dem 8:5 im fünften Satz waren wir optimistisch, der Gegenpunkt tat uns letztendlich nicht weh. Elena lieferte im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch ein tolles Spiel gegen Hongi ab. Bei der Verabschiedung von Andrea flossen schon ein paar Tränen, voraussichtlich hat sie einen Verein in Polen gefunden. Wenn wir in Essen nur morgen noch ein 5:5 packen, wäre das ein krönender Abschluss.“

Text: Martina Emmert

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