Doppel bringen den Stein ins Rollen

Das Restrisiko hat in Sachen Nina Mittelham Oberwasser gewonnen. Die Spitzenspielerin fehlte dem TuS Bad Driburg im Kampf um den Klassenerhalt gegen den TV Busenbach doch, entgegen der optimistischen Meldung von Manager Franz-Josef Lingens. Der Tabellenachte ließ sich von dieser Hiobsbotschaft nicht entmutigen, da die 18-Jährige im Hinspiel auch nicht zur Verfügung stand. Mit einer großartigen Kampfbereitschaft, die sich in einer 4:1-Bilanz der knappen Spiele widerspiegelte, verdienten sich die Kurstädterinnen zwei Punkte. Damit distanzierte sich der Aufsteiger vom Neuntplatzierten LTTV Leutzscher Füchse 1990 und rückte dem TSV Schwabhausen schon ziemlich dicht auf den Pelz. Bei den Gästen zeichnete sich vor allem die ehemalige Bad Driburgerin Jessica Göbel mit zwei Einzelpunkten aus.

Zwischen dem TuS Bad Driburg und dem TV Busenbach sprühten von Beginn an die Funken, denn bis zur Pause gingen alle vier Spiele über die volle Distanz von fünf Sätzen, und zum 3:1 überraschten die Kurstädterinnen. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison erwischte der Aufsteiger mit einem 2:0 in den Doppeln einen Auftakt nach Maß, und damit glückte zudem die perfekte Revanche für das 0:2 in der Vorrunde. Elena Waggermayer, die in ihrer neuen Heimat Laboe alles stehen und liegen ließ, um die Lücke von Mitteham zu schließen, knüpfte zusammen mit Katharina Michajlova an die guten Resultate aus der zweiten Liga gegen Theresa Kraft/Jennie Wolf an. Das TuS Duo holte im fünften Abschnitt ein 3:7 auf und gewann 11:9. Andrea Todorovic/Sarah de Nutte glänzten mit druckvollen Aktionen nach einem 4:11, 11:7, 9:11, 11:9, 6:1 und 10:5 gegen Jessica Göbel/Tanja Krämer. Der Jubel nach dem 11:6 wurde von dem Beifall der 100 begeisterten Fans forciert.

Jessica Göbel behauptet sich bei ihrem Ex-Klub

Nicht minder dramatisch entwickelten sich die ersten Einzel im oberen Paarkreuz, wobei sich Göbel ihrer Linie wieder einmal treu blieb. Kein Rückstand ist groß genug, und so kaufte die 33-Jährige Waggermayer nach einem 2:5 und 4:7 zum 11:8 im Entscheidungssatz den Schneid noch ab. Im Gegenzug freute sich de Nutte darüber, dass ihr Nervenkostüm nach einem 11:8, 11:8, 10:12, nach einem 6:2, 9:11, 11:8 gegen Krämer nicht schlapp machte.

Katharina Michajlova bringt ihr Team auf die Siegerstraße

Auch nach der Pause kamen die Zuschauer auf ihre Kosten, da Michajlova und Wolf sich eine Partie auf des Messers Schneide beim 12:10, 5:11, 9:11, 12:10, 11:4 lieferten. Im ersten Abschnitt vergab Wolf nach einem 6:2 und 10:9 ebenso gute Chancen wie im vierten Satz nach einer 7:4-Führung. Auf der Gegenseite untermauerte die Nummer drei des TuS das enorme Engagement der gesamten Mannschaft. Und der fünfte Punkt wurde bereits wie ein Sieg gefeiert, denn Todorovic hatte bereits zuvor einen klaren 3:0-Erfolg gegen Kraft eingefahren. Kraft war es dann auch, die nach dem Konter von Göbel und Krämer die Niederlage der Busenbacherinnen auf ihren Schultern ausbaden musste. Michajlova, der kaum Zeit zum Verschnaufen blieb, setzte die ehemalige Mädchen-Nationalspielerin mit einem 11:6, 11:5, 11:9 souverän schachmatt.

Fazit TuS Bad Driburg - Manager Franz-Josef Lingens

„Der Wille der gesamten Mannschaft war wirklich groß, denn der Auftakt in den Doppeln war erschreckend. In beiden ersten Sätzen bekamen wir nicht die Spur einer Chance. Doch alle wussten sich Stück für Stück zu steigern. Sarah zeigte gegen Tanja endlich was sie kann, und Elena hätte ohne Training fast noch gegen Jessica gewonnen. Aber das 3:1 war für uns die halbe Miete. Insgesamt sahen wir tollen, offensiven Sport, die Rallyes gingen sechs, sieben Mal hin und her. Der Punkt von Katharina gegen Jennie war sehr wichtig, und sie ist einfach eine coole Socke, die auch einen scheinbar aussichtslosen Rückstand kippte, zumal Jennie nicht schlecht spielte. Lediglich Theresa fand ich von ihrer Leistung enttäuschend, da besaßen wir keine Probleme. Wir sind total happy über den kostbaren Sieg, der uns gefühlt sogar einen Punkt vor den TSV Schwabhausen bringt. Wir haben das Spiel gegen Schlusslicht NSC Watzenborn-Steinberg noch vor uns. Nina rief auch schon an und gratulierte uns, und ich halte fest zu ihr. Ich bin überzeugt, dass sie bald zurückkommt.“

Resümee TV Busenbach - Mannschaftsführerin Jessica Göbel

„Wenn wir 2:0 nach den Doppeln führen, dann gewinnen wir das Spiel. Tanja und ich lagen 2:1 und 7:5 vorn. Dann traf Sarah einige schwierige Bälle gut. Nach dem 0:2 waren dann die Würfel quasi schon gefallen. Wir dürfen nicht hadern, der Sieg für Bad Driburg ging völlig in Ordnung. Die Mannschaft hat sich mit dem Fehlen von Nina inzwischen wohl arrangiert. Wir müssen nach vorne schauen und sehen, dass wir in Schwabhausen wieder punkten.“

Text: Martina Emmert
Fotos: Holger Straede

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