Oh du fröhliche beim TuS Bad Driburg

TSV Schwabhausen – TuS Bad Driburg: 2:6

Nach 0:8 Punkten hat die lange Durststrecke für den Tabellenneunten TuS Bad Driburg, mit dem in der Höhe sicher überraschenden Sieg im Aufsteigerduell beim TSV Schwabhausen, ein erfreuliches Ende gefunden. Ein 0:2 in den Doppeln läutete bereits die Niederlage der Gastgeberinnen ein, die mit Abwehrass Yang Ting in den Einzeln ihre beste Spielerin präsentierten.

 

 

Doppel bringen den Stein ins Rollen
Der TuS Bad Driburg hat nach dem Aufstieg in das Oberhaus nur wenige glückliche Momente erlebt, da in entscheidenden Spielen im Kampf um den Klassenerhalt Leistungsträgerin Nina Mittelham an allen Ecken und Ende fehlte. Wie wichtig die Nummer eins für ihr Team ist, bestätigte die 18-Jähige, die gerade erst von der Jugend-Weltmeisterschaft aus China zurückgekommen war, in der Auftaktphase beim TSV Schwabhausen. Mit einem 2:0 in den Doppeln trumpften die Gäste gleich groß auf, und dabei ließen sie sich auch nicht von einem jeweiligen Satzrückstand beirren. Zusammen mit Shamini Kumaresan holte Mittelham ein 4:11, 11:9, 11:4, 12:10 gegen Yang Ting/Eva- Maria Maier. Im vierten Satz machten die Beiden aus einem 1:4 ein 6:4 und 10:8. Das kritische 10:10 wurde gut gemeistert. Andrea Todorovic/Katharina Michajlova wiesen Andrea Bakula/Christina Feierabend mit einem 13:15, 11:8, 11:8, 11:3 in ihre Schranken. Dabei zeichnete sich das TuS-Duo in Durchgang zwei und drei nach deutlichen Rückständen mit strapazierfähigem Nervenkostüm aus.

Nina Mittelham wird den Erwartungen gerecht
Den absoluten Siegeswillen ließ Mittelham gegen Linkshänderin Bakula im fünften Satz zum klaren 11:4 erkennen, wobei die dreifache Mädchen-Europameisterin von 2013 ihrem Namen als hoffnungsvolles Nachwuchstalent alle Ehre machte. Nach einem 11:9, 11:5 fand die Kroatin, die viel von ihren Aufschlägen profitiert, mit einem 11:7, 11:7 ihrerseits den Ausgleich. Im vierten Abschnitt rückte ihr die Kurstädter-Spitzenspielerin nach einem 7:2, 10:4 zum 10:7 noch einmal dicht auf den Pelz, sodass eine Auszeit die richtige Maßnahme bedeutete. Zum 0:4 verlor Bakula aber im Entscheidungssatz von Beginn an den Anschluss. Den Hoffnungsschimmer zur Pause baute Yang mit einem sicheren 3:0 gegen Todorovic auf, und dabei bestätigte die Chinesin ihre gute Taktik von der Pokalvorrunde in Hannover. Nicht ganz unerwartet erhöhte die Inderin Kumaresan mit einem glatten 3:0 gegen Feierabend auf 4:1.

 

Katharina Michajlova freut sich über eine 5:1-Einzelbilanz
Das Prädikat unverzichtbar steht spätestens nach dem umkämpften 3:2-Sieg gegen Agnes Kokai auf der Fahne der Nummer drei bei den Nordrhein-Westfalen. Das Tauziehen beim 14:16, 11:5, 14:12, 7:11 verlief ausgeglichen, aber mit einem 11:3 war Michajlova im fünften Durchgang einfach auch die bessere Spielerin und gewann verdient. Für die Ungarin auf Seiten der Bayern vielleicht ein Nachteil, dass sie kein Doppel spielte, und ihr damit das Feeling für das Match fehlte. Mit diesem Erfolg war die Vorentscheidung gefallen, die Schlinge zog sich fester zu.
Yang Ting überzeugt auf ganzer Linie
Yang brillierte dann auch gegen Mittelham mit einem sehenswerten 10:12, 11:7, 7:11, 11:9, 11:8, doch die Niederlage war nicht mehr abzuwenden. Todorovic drängte Bakula ihr druckvolles Spiel auf, und nach einem glatten 11:4, 11:8, 14:12 wurde die mannschaftlich beste Saisonleistung von frenetischem Jubel begleitet. Gleichzeitig war die erste Enttäuschung für die Gastgeberinnen perfekt.

 

Statement TSV Schwabhausen – Manager Helmut Pfeil
„Der Sieg für Bad Driburg war verdient, fiel aber zu deutlich aus. Mit diesem Ergebnis haben wir zu Hause nicht gerechnet. Unsere Gäste waren leicht favorisiert, da sie nominell schon stärker besetzt sind. Unser 0:2 in den Doppeln baute den Gegner zusätzlich auf, der dadurch Oberwasser bekam. Eva-Maria spielte schon super an der Seite von Tinka, ihr Einsatz war ganz bewusst geplant. Andrea und Christina hatten mit einer 3:4-Bilanz allein fast mehr Doppel gewonnen, als der TuS bei einer 4:10-Serie im Ganzen. Danach stieg der Erfolgsdruck natürlich noch mehr, und bei Andrea verliefen viele Ballwechsel gegen Nina knapp, auch teilweise unglücklich. Bei zwei gleichwertigen Konkurrentinnen ist ein 0:4 dann nur noch schwer aufzuholen. 51 Zuschauer konnten unserer Mannschaft auch leider nicht die notwendige Unterstützung in dieser wichtigen Partie geben, sodass wir auch in diesem Bereich keine Kräfte freisetzen konnten. Wie schon mehrmals betont, wird uns das 5:5 gegen den SV DJK Kolbermoor vielleicht den Kopf retten.“

Resümee TuS Bad Driburg – Manager Franz-Josef Lingens
„In den Doppeln war ich schon erst erschrocken, weil die Leistung wirklich schlecht war. Aber letztendlich lösten die Vier ihre Aufgaben noch bravourös. Katharina und Andrea harmonieren wirklich optimal miteinander. Dass dann Jede auch ein Einzel gewann, macht unseren Erfolg besonders schön. Katharina spielt absolut konstant, das was sie kann, bringt sie auch. Nina glückten im fünften Durchgang gegen Bakula gleich zwei direkte Aufschlagpunkte, das war wohl mit entscheidend, und Andrea kann gegen offensive Spielsysteme überragend agieren. Dieser Sieg tut uns gut, wir zeigten, dass wir auch in die Liga gehören, und im Vorfeld nicht zu viel getrommelt haben. Wenn alle fit sind, besitzen wir das Vermögen ans Mittelfeld anzuklopfen.“

 

 

Text: Martina Emmert

Tags: