Aufsteigerduell in Schwabhausen

Sonnabend, 14.30 Uhr: TSV Schwabhausen – TuS Bad Driburg      

Erfolgsdruck ist für beide Seiten hoch
Im Duell der beiden Aufsteiger stehen wichtige Punkte für den Klassenverbleib zur Disposition, und ob die Favoritenrolle dem TSV Schwabhausen oder dem TuS Bad Driburg gehört, ist kaum auszuloten. Die Gastgeberinnen rangieren mit 5:9 Punkten auf dem sicheren siebten Platz und haben ihre ganzen Kräfte für diesen Vergleich gebündelt. Wie mehrfach betont, wird das 5:5 zum Saisonauftakt im Bayernderby gegen den SV DJK Kolbermoor sich noch als Gold wert herausstellen. Danach schlossen sich nur noch die geplanten Erfolge gegen den LTTV Leutzscher Füchse 1990 und NSC Watzenborn-Steinberg an. Das optimale Minimum, mit dem sich Trainer und Management bislang zufrieden zeigen. Mit dem vierten Heimspiel in Serie verabschiedet sich der TSV auch von den heimischen Fans und meldet sich erst am 14. Februar 2015 in eigener Halle gegen den TV Busenbach zurück. Eine gute Gelegenheit die Werbetrommel noch einmal kräftig zu rühren, zumal der Zuschauerdurchschnitt mit 81 noch verbesserungswürdig erscheint.

 

Ein Meilenstein auf dem Weg zum Nichtabstieg
„Die Partie ist sicher ein Meilenstein für uns. Momentan sind wir durchaus im Soll. Aber in einigen Spielen haben wir gesehen, dass auch für Leipzig und Bad Driburg der ein oder andere Punkt mehr möglich gewesen wäre, und wir uns noch nicht sicher fühlen können und dürfen. Gegen Bad Driburg sehe ich durchaus Chancen die Punkte zu behalten, allerdings würde ich das als 50:50-Spiel titulieren. In der Pokalqualifikation in Hannover-Misburg haben wir ja gegen sie auch verloren, ohne dass Nina Mittelham dabei war. Andererseits waren wir da praktisch noch vor unserer Saisonvorbereitung, da wir wegen der späten Ferien in Bayern erst Ende August beginnen konnten. Bad Driburg war verletzungsbedingt nicht immer in Bestbesetzung und scheint bisher auch den Sand aus dem Getriebe noch nicht entfernt haben zu können. Das Spiel wird vermutlich durch die Aufstellung und die Tagesform entschieden werden. Grundsätzlich aber glaube ich an unsere Mannschaft und einen, wenn auch knappen Sieg“, gibt sich TSV-Manager Helmut Pfeil optimistisch, der auch eine entsprechende Fangemeinde erwartet. „Unser Publikum kennt sich gut aus und wird uns in diesem wichtigen Spiel sicher unterstützen“, ist Pfeil überzeugt.  Die Nummer eins Yang Ting setzte gegen den ttc berlin eastside aus, wodurch sich eine lange Wettkampfpause ergab, sodass die Chinesin ihren Rhythmus erst wieder finden muss. Mit einer 7:4-Bilanz ist die defensiv orientierte „Tinka“ entsprechend ihrer Position die Leistungsträgerin im Team. „Wegen der unvergleichlich großen Leistungsunterschiede zwischen Berlin und uns haben wir das schon im Vorfeld besprochen gehabt. Wie die Rotation aussehen würde, das hat sich dann kurzfristig entschieden. Egal wer da aufgelaufen wäre, ein Vergnügen wäre es für keine der Reservespielerinnen geworden. Aber Natalia Mozler hat sich trotzdem gefreut, dass sie gegen die vermutlich beste europäische Mannschaft spielen durfte“, verteidigte Pfeil die gewählte Aufstellung.

 

Aufstieg war die richtige Entscheidung
„Der Aufstieg war auf alle Fälle die richtige Entscheidung. Wir haben sportlich alles selbst in der Hand und sind nicht auf fremde Schützenhilfe angewiesen den Platz acht zu festigen und eventuell auf Rang sieben zu schielen. Derzeit bin ich weder euphorisch noch enttäuscht. Es ist alles im grünen Bereich aus unserer Sicht. Grundsätzlich muss ich aber feststellen, dass wir eine Entwicklung sehen, die mich positiv stimmt. Es spielen wieder mehr junge deutsche Nachwuchskräfte in der 1. Bundesliga. Eine Tendenz, die sich hoffentlich fortsetzen wird“, zieht Pfeil eine kleine Zwischenbilanz. 

 

 

 

 

 

TuS spielt ohne Sarah de Nutte
Beim TuS Bad Driburg setzt vereinbarungsgemäß Sarah de Nutte aus. Der luxemburgische Neuzugang hatte durch Krankheit und Verletzungspech von Spitzenspielerin Mittelham von Beginn an einen schweren Stand, die 22-Jährige Nummer drei musste schon des Öfteren nach oben aufrücken. Die knappen Niederlagen gegen Chantal Mantz (Kolbermoor) und Julia Kaim (Böblingen) entzogen de Nutte schließlich vollends ihr Selbstvertrauen. „Es war aber so oder so besprochen, dass Sarah bei zwei Spielen pausiert. Wenn Nina hoffentlich gesund aus China von der Jugend-WM zurückkommt, werden wir voraussichtlich mit Katharina Michajlova und Shamini Kumaresan hinten spielen. In Shanghai bewies Nina mit einer 6:1-Bilanz im Teamwettbewerb, dass sie die Nummer eins bei den Mädchen ist. Für diese einzige Niederlage revanchierte sie sich gegen Soo Wai Yam Minnie aus Hongkong in der Einzelkonkurrenz“, freut sich TuS-Manager Franz-Josef Lingens über die starken Leistungen seiner Spitzenspielerin, die rückblickend in den Partien in Busenbach und gegen Leipzig schmerzlich fehlte. Kumaresan nutzte die Pause, um bei Peter Engel in Spanien zu trainieren, der auch schon in Indien mit ihr arbeitete. Die Mannschaft wird auf jeden Fall schon am Freitag anreisen, um sich entsprechend zu präparieren. „Der Druck ist natürlich schon enorm, aber wir werden mit aller Macht versuchen das schon seit langem mal wieder fehlende Erfolgserlebnis zu packen. Unseren Sieg aus dem Pokal kann man allerdings nicht als Maßstab nehmen, denn da stellte ich Elena Waggermayer gegen Yang Ting und Andrea Bakula. Sie erwischte mit zwei Siegen einen grandiosen Tag. Diesmal sollte alles offen sein“, sagt Lingens, der auch schon einmal vorrausschaut. „Unsere Bilanzen liegen so, dass ich bis auf Nina, das Team zur Rückserie komplett neu sortieren kann. Shamini wird nach der Hinrunde auch erst im März zu den German Open zurückkommen. Auch aus diesem Grund wäre ein Erfolg in Schwabhausen mehr als wünschenswert“, so Lingens. 

Text: Martina Emmert

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