SV Böblingen – TuS Bad Driburg: 6:1

Für die SV Böblingen und Aufsteiger TuS Bad Driburg stand im Kampf um den Klassenerhalt gleichermaßen viel auf dem Spiel, was sich in einer heiß umkämpften Auftaktphase in den Doppeln bestätigte. Die Sportvereinigung vertraute auf seine inzwischen eingespielten Duos, was sich bei Qianhong Gotsch/Mitsuki Yoshida beim 11:13, 11:5, 13:11, 8:11, 11:9 gegen Nina Mittelham/Shamini Kumaresan mit der kleinen Nuance zum Vorteil auswirkte. Nach einem 6:3 im fünften Satz kam beim 9:9 noch einmal verstärkt Spannung auf, aber die Böblingerinnen behielten einen kühlen Kopf. Parallel ging es zwischen Anja Schuh/Julia Kaim und Andrea Todorovic/Sarah de Nutte hoch her. Letztendlich fehlte den Gastgeberinnen nach einem 7:4, 10:6 zum 11:13 dieser erste Satz, denn die Kurstädterinnen holten sich das 1:1 mit einem 3:11, 11:6, 10:12 11:8. Die Hoffnung von TuS-Manager Franz-Josef Lingens, dass gegen die Japanerin Yoshida Punkte möglich seien, sollte sich als nicht abwegig herausstellen, denn die Dritte der Deutschen Meisterschaft 2014 bei den Damen Mittelham war beim 11:5, 8:11, 11:13, 11:4, 3:11 gar nicht so weit von einem Erfolg entfernt. Ausgeglichen verlief vor allem der dritte Durchgang, bei dem die 17-Jährige aus einem 7:9, 9:10 noch einmal ein 10:10 machte und auch den zweiten Satzball abwehrte. Eine kostenlose Lehrstunde erteilte Hongi dann der Serbin Todorovic beim 11:3, 11:1, 11:3, sodass die SV beim 3:1 schon die ersten Sonnenstrahlen am Horizont erblickte.

 

Anja Schuh und Julia Kaim brechen den Gästen das Genick
Zu einer herben Enttäuschung entwickelte sich die Partie für den Tabellenneunten im unteren Paarkreuz nach Niederlagen der Luxemburgerin de Nutte gegen Kaim mit 9:11, 11:9, 11:5, 6:11, 8:11. Nach gutem Beginn und 7:4 im zweiten Durchgang ließ das positive Feeling beim 16-SV-Neuzugang nach, was sich an einer frühzeitigen Auszeit zu diesem Zeitpunkt ablesen ließ. Doch schließlich führte eine hervorragende taktische Umsetzung zum verdienten Erfolg der Nachwuchsspielerin. Die Inderin Kumaresan blieb beim 6:11, 11:7, 10:12, 7:11 hinter den Erwartungen zurück. Für Schuh hingegen ein erfreuliches Ausrufezeichen, denn somit lagen die Gastgeberinnen entscheidend mit 5:1 vorn. Der Siegpunkt von Hongi gegen Mittelham im Duell der Generationen sollte eigentlich auch nicht lange auf sich warten lassen, doch die Nummer eins der Bad Driburgerin zog sich beim 11:9, 7:11, 4:11, 9:8, 12:10 mehr als achtbar aus der Affäre. Und auch nach einem 3:6 im fünften Abschnitt ließ Mittelham immer noch nicht locker, beim 6:8 war noch alles offen, aber der große Erfahrungsschatz sprach letztendlich zu Gunsten der Europameisterin von 2000 mit einem 11:7. Bei vier Misserfolgen der TuS-Mannschaft in fünf Sätzen und einem engen Sieg fiel die Niederlage mal wieder zu hoch aus, ein schwacher Trost, denn 2:12 Punkte sind so gar nicht nach dem Geschmack des Neulings. Die Sportvereinigung rangiert bei 6:6 Zählern auf dem beruhigenden fünften Tabellenplatz.

Resümee SV Böblingen – Trainer Volker Ziegler
„Obwohl wir mit einem 5:5 einverstanden gewesen wären, nehmen wir das 6:1 natürlich auch gern. Das Spiel war eine echte Abstiegsbegegnung, spielerisch nicht die Beste, aber dennoch anspruchsvoll. Vor allem mental zeichneten wir uns als das stärkere Team aus, denn von den sechs engen Matches gewannen wir fünf. Dass wir unseren jungen Nachwuchskräften stets das Vertrauen schenken, zahlte sich heute wieder einmal aus, die dem Druck stand hielten und sich zur Stelle meldeten. Julia klaute Sarah den ersten Satz, die sich nach einem 7:1 im zweiten Durchgang wieder berappelte. Deshalb das frühe Time-out. Für Anja und Julia waren das genau die Spiele, die sie brauchen, um voran zu kommen. Nina führte eine sehr gute Partie gegen Hongi, die nach dem glatten 3:0 zum Anfang, Mühe hatte ihr Niveau wieder nach oben zu schrauben. Der Qualitätsunterschied war schon sehr groß.“

Statement TuS Bad Driburg – Manager Franz-Josef Lingens
„Wir werden im Moment kontinuierlich unter Wert geschlagen, aber wir können einfach keine engen Spiele gewinnen. Der Erfolgsdruck stapelt sich nach den Niederlagen langsam zu einem hohen Turm, dem wir augenscheinlich nicht gewachsen sind. Bezeichnend sind die Vergleiche im unteren Paarkreuz, wo Sarah und Shamini, die bislang noch keine konstante Leistung brachte, unbedingt punkten wollten. Fairerweise muss ich aber auch die gute Vorstellung unserer Gegnerinnen entsprechend honorieren, vor allem Julia überraschte mich. Was Nina teilweise für Bälle spielte, vor allem gegen Hongi, die des Öfteren den Kopf schüttelte, war ein Traum. Am Ende zählt aber halt nur ein Sieg, sodass sich Nina schon erheblich ärgerte. Sie kämpfte, wie die ganze Mannschaft, bis zum letzten Ballwechsel. Uns fehlte irgendwo zwischendurch ein Punkt. Andrea befand sich gegen die Japanerin schon auf der Siegesstraße, und da hatte Nina auch gute Chancen. Im ersten und zu Beginn des zweiten Satzes machte sie mit Mitsuki was sie wollte. Dann ließ sie etwas locker und baute ihre Gegnerin wieder auf. Doch ich bin zuversichtlich, dass wir ausreichend Potential in unserer Mannschaft haben, wir müssten es nur mal zum richtigen Zeitpunkt abrufen.“

Text: Martina Emmert
Fotos: Holger Straede
 

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