TuS Bad Driburg – TTG Bingen/Münster-Sarmsheim: 1:6

Bingerinnen klettern auf den zweiten Tabellenplatz

Da freut sich beim TuS Bad Driburg Spitzenspielerin Nina Mittelham, dass ihre Rückenverletzung sie diesmal nicht länger aus dem Verkehr zog, doch dann trat im ersten Einzel Britt Eerland von der TTG Bingen/Münster-Sarmsheim nicht an. Die Niederländer gab schon gegen die SV Böblingen ihre Solis wegen einer Entzündung im Fuß kampflos ab. Um das gesundheitliche Risiko zu minimieren wurde die Nummer zwei geschont, weil ein 2:0 in den Doppeln einen Start nach Maß bescherte. Eerland biss an der Seite von Hana Matelova die Zähne zusammen und markierte gegen Katharina Michajlova/Elena Waggermayer ein 3:1, ebenso wie Ding Yaping/Wan Yuan gegen Mittelham und Neuzugang Shamini Kumaresan. Beim 6:11, 6:11, 11:9, 9:11 funktionierte vor allem im dritten Satz bei der deutsch-indischen Premiere die Abstimmung schon recht vielversprechend.

 

Erfahrung spricht für Ding Yaping

Für Todorovic lag die Messlatte gegen die 47-jährige Ding dann einfach zu hoch. Obwohl sich die Serbin gegen die routinierte Abwehrspielerin, die auch gern mal eine Offensivattacke einstreut beim 9:11, 16:14, 6:11, 9:11 blendend verkaufte. Vor allem im vierten Durchgang geriet die Nummer eins der Bingerinnen ins Wackeln, was nach einer 7:1-Führung etwas überraschend kam. Nach einem 10:6, aber 10:9 nutzte Ding sogar die Auszeit, um den Lauf ihrer Konkurrentin zu stören – mit Erfolg.

Shamini Kumaresan stetzt trotz Niederlage positive Akzente

Den besseren Auftakt im unteren Paarkreuz erwischten die Kurstädterinnen, denn Sarah de Nutte verbuchte gegen Wan ein 11:6 und Kumaresan ein 11:8 gegen Matelova. Doch die Luxemburgerin wurde von der Mädchen-Nationsspielerin recht unsanft mit einem 11:6, 11:5, 11:8 vom erfolgreichen Pfad gestoßen. Bezeichnend für die Partie war das 8:8 im vierten Satz, als sich die U18 French Open Siegerin 2014 mit zwei eigenen Aufschlägen, die zu ihren Stärken zählen, den entscheidenden Vorteil erspielte. Wesentlich spannender machte es die Inderin, die sich nach einem 5:11, 10:12, und Abwehr von zwei Matchbällen mit einem 14:12 zurückmeldete. Im Entscheidungssatz verpasste Kumaresan zum 1:7 den Beginn, doch der scheinbar sichere Vorsprung sollte Matelova noch nicht in Sicherheit wiegen. Bei der Nummer drei der TTG war nach einem 10:7, 10:9 das Zittern angesagt, doch der nächste Punkt zum 11:9 brachte das 5:1. Im Duell der Generationen blieb die 17-jährige Mittelham gegen Ding beim 6:11, 5:11, 8:11 zum Abschluss erwartungsgemäß chancenlos.

Statement TuS Bad Driburg – Manager Franz-Josef Lingens

„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, die Leistung war in Ordnung. Letztendlich müssen wir aber akzeptieren, dass der Gegner einen Tuck besser war. Wir verloren viele Sätze knapp, in der vergangenen Saison war das noch umgekehrt. Unsere über 100 Zuschauer sorgten für eine gute Atmosphäre, und sie sahen ein Bombenspiel von Andrea gegen Ding, die aber über große Sicherheit verfügte. Ihre Bälle kamen vier, fünf Mal wie am Strich gezogen zurück. Da verzweifelt man irgendwann. Auch Shamini, die auf jeden Fall bis zum Ende der Hinrunde bleibt, spielte hervorragend und zeigte wie das ganze Team eine kämpferische Einstellung. Die einzige Spielerin, die richtig traurig und unzufrieden war, war Sarah. Sie hinkte hinterher, aber Wan präsentierte sich auch sehr stark. Wir werden gegen den SV DJK Kolbermoor einen neuen Anlauf nehmen.“ 

Resümee TTG Bingen/Münster-Sarmsheim – Vorsitzender Joachim Lautebach

„Unsere Doppel klappten wieder sehr gut, und da muss sich Britt nicht so viel bewegen. Es war klar, dass sie kein Einzel spielt. Ihre Therapeuten raten zu einer Pause, nur die helfe. Nach der Begegnung in Watzenborn haben wir sechs Wochen Ruhe, das sollte auch für Britt von Vorteil sein. Yuan war nach ihrem Sieg natürlich überglücklich, vor allem dominierte sie mit ihrer Rückhand. Beim Aufschlag wirft sie den Ball sehr hoch, und danach kann sie gleich in den Angriff schalten. Hanka hätte es sich gegen Kumaresan nicht so schwer machen müssen. Im Kurz-Kurz-Spiel, und dann mit Spin konnte sie punkten. Yaping agierte wieder überzeugend, sodass die komplette Truppe am Erfolg beteiligt war. Wir sind weiterhin sehr zufrieden, und freuen uns nach der Vizemeisterschaft 2013/14, dass wir den zweiten Tabellenplatz wieder hinter den Berlinerinnen erobern konnten.“

Text: Martina Emmert
 

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