Westfalen-Blatt: Motivation ist groß wie nie

Bad Driburg (WB). Die Tischtennis-Frauen des TuS Bad Driburg freuen sich auf die 1. Bundesliga. Die neue Mannschaft des Aufsteigers hat sich viel vorgenommen. »Der Klassenerhalt steht an erster Stelle. Wenn es optimal läuft, dann ist sogar ein Mittelfeldplatz drin«, schätzt TuS-Manager Franz-Josef Lingens die Lage ein und stimmt darin mit seinenSpielerinnen überein.  »Die Liga ist enorm ausgeglichen. Wir können fast jedes Team bezwingen«, sagt Lingens. Der TuS will sich in der Beletage des deutschen Tischtennis etablieren. Dafür haben sie mit Sarah de Nutte und Shamini Kumaresan zwei Akteurinnen verpflichtet, die eine Menge Potenzial besitzen und Verstärkungen sind. Zwei Teams werden am Ende absteigen. Der NSC Watzenborn-Steinberg dürfte wie in der vergangenen Saison weit hinten angesiedelt sein. Zu den Favoriten zählen für den Teamchef TTC eastside Berlin und TUSEM Essen. »Die Duelle gegen die anderen Teams sind völlig offen. Es wird richtig spannend«, ist der TuS-Macher überzeugt. Die großen Hoffnungen ruhen auf Jugend-Europameisterin und Spitzenspielerin Nina Mittelham, die sich in der abgelaufenen Saison mit Verletzungspech herumgeplagt hat. »Wie wir abschneiden, hängt auch von Ninas körperlichem Zustand ab. Sie muss fit bleiben, sonst wird es schwer«, weiß Mitspielerin Katharina Michajlova.

Andrea Todorovic freut sich auf die Bundesliga und absolvierte vor dem Saisonstart ein zweiwöchiges Fitness-Programm, bevor sie nun zum Schläger greifen wird. »Ich werde jede Partie so fokussiert angehen, als ob ich bei einer Weltmeisterschaft oder einem anderen wichtigen internationalen Event an den Tisch gehe«, ist die Nummer zwei hochmotiviert. An Position drei wird der Neuzugang aus Luxemburg, Sarah de Nutte, aufgeboten. Bei der WM in Tokio sorgte de Nutte mit ihrem 3:0-Sieg gegen die Nummer 15 der Welt  Hajung Seok, fürFurore. Die Luxemburgerin, die zuletzt beim ATSV Saarbrücken spielte, hatte noch andere Angebote und entschied sich letztlich aufgrund der guten Perspektiven für den TuS. Andrea Todorovic trainiert übrigens mit Sarah de Nutte gemeinsam in der österreichischen Werner-Schlager-Akademie und hat maßgeblichen Anteil an der Verpflichtung ihrer Trainingspartnerin.

»Ich weiß, dass die Stimmung beim TuS Bad Driburg gut ist«, freut sich Sarah de Nutte auf die besondere Atmosphäre unter der Iburg. Für ihre erste Bundesliga-Saison wird sich die Neue, die nach ihrem Abitur alles auf die Karte Tischtennis setzt, eigens drei Wochen in China vorbereiten, wo sie auch im Olympiazentrum trainieren wird. Katharina Michajlova, dieaktuell ihr Bachelor-Studium an der Universität Bielefeld abschließt und ihren Master in Bremen machen möchte, besitzt hingegen bereits Bundesliga-Erfahrung. Bereits mit 16 Jahren spielte sie bei TUSEM Essen in der höchsten Liga. Die routinierteElena Waggermayer beendet ihre Ausbildung und wird in den Norden ziehen. Ihre Karriere als österreichische Nationalspielerin hat Waggermayer für beendet erklärt und will sich auf die Ligaspiele konzentrieren. Bisher unklar ist, wie oft Michajlova und Waggermayer eingesetzt werden können. Die Inderin Shamini Kumaresan wird erst im dritten Meisterschaftsspiel eingreifen können, da sie vorher bei den Asienmeisterschaften antritt. Ansonsten wird Kumaresan mit Mittelham im Düsseldorfer Internat trainieren. Zudem sind Kumaresan und Waggermayer in der Zweiten gemeldet – sie sollen in der Verbandsliga aushelfen.

Bei der Präsentation der Mannschaft forderten zudem die Herren des TuS Bad Driburg den Tischtennis-Bundesligisten heraus. 60 Fans sahen eine Partie, in welcher der Spaß und die Unterhaltung im Vordergrund standen. Zwei Gewinnsätze wurden ausgespielt. Am Ende gewannen die Bundesligaspielerinnen, die von Martina Mettig verstärkt wurden, 9:7. Andrea Todorovic und Romeo Solfato sorgten mit ihren Showeinlagen für reichlich Stimmung und Lacher. Michael Koch ärgerte die Profis allerdings besonders. Der versierte TuS-Akteur bezwang Andrea Todorovic und Nina Mittelham. »Schade, dass Koch nicht in der Frauen-Bundesliga mitwirken kann«, schmunzelte Todorovic.

Quelle: Westfalen-Blatt

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