TuS Bad Driburg packt das Meisterstück – Mittelham eröffnet Meisterfeier

Es war ein unglaubliches Wochenende das man in Worten nicht beschreiben kann. Der TuS Bad Driburg ist erstmal 2. Bundesliga Meister geworden und feierte am Sonntag nach dem Spiel noch bis in die Abendstunden. Ausgangslage: Der TuS Bad Driburg reiste am Sonntag zum direkten Verfolger GSV Eintracht Baunatal und beide Mannschaften wollten unbedingt den Aufstieg ins Oberhaus schaffen.  Die Mannschaft um Manager Franz-Josef Lingens hatte vor der Partie einen Punkt Vorsprung, sodass am Ende auch ein Unentschieden für den Aufstieg reichen würde.Fast 400 Fans sahen das Spektakel des Jahres. Davon reisten über 150 Anhänger des TuS Bad Driburg mit Schals, Trikots und Rasseln mit der Mannschaft ins Hessenland, um die Mannschaft nach vorne zu peitschen. „Einen großen Anteil hatten die mitgereisten Fans. Ohne Sie hätten wir das nicht geschafft, freute sich Franz-Josef Lingens nach dem Spiel.

Bereits in den Doppeln begeisterten die acht Spielerinnen die ganze Halle mit Tischtennis auf hohem Niveau. Bad Driburgs taktisch an eins gesetzte Doppel um Nina Mittelham und Andrea Todorovic zeigte große Gegenwähr gegen die beiden Chinesinnen Shi Qi und Luo Xuo, doch am Ende mussten die Bad Driburgerinnen Ihren Gegner nach vier Sätzen gratulieren.  Parallel am Tisch genau vor dem Baunataler Fanblock zeigten sich Elena Waggermeyer und Katharina Michajlova ganz abgebrüht.  Bad Driburgs Spitzendoppel blieb auch im letzten Spiel der Saison gegen Alex Galic und Alena Lemmer ungeschlagen, denn sie behaupten sich souverän in drei Sätzen gegen ihre Gegnerinnen.  Nach den Doppeln stand es 1:1 und somit ging es in die Einzel im oberen Paarkreuz. Andrea Todorovic traf auf die bestbilanzierte Spielerin der gesamten Liga Shi Qi und die 17-jährige Nina Mittelham traf auf ihre Internatsfreundin Alena Lemmer. Die 21-jährige serbische Nationalspielerin zeigte gegen die Chinesin ein unglaubliches Spiel und führte sogar mit 2:1 und den vierten Satz verlor sie unglücklich in der Verlängerung und so ging es in den Entscheidungssatz. Auch hier hielt die Angriffsspielerin des TuS Bad Driburg stark mit und die Fans bejubelten jeden erkämpften Ball. Doch am Ende musste sie sich gegen die Nummer eins des GSV Eintracht Baunatal knapp mit 8:11 geschlagen geben.

Neben an am Tisch kam die 17-jährige Europameisterin gegen die ein Jahr jüngere Alena Lemmer zum Einsatz. Aber zuvor der Schock! Nina humpelte und die Fans befürchteten schlimmstes, da sie erst drei Wochen wegen eines Muskelfaserriss ausgefallen war. Der erste Satz ging an die Gegnerin und Nina spielte eher Rückhandorientiert, damit sie ihre Leiste nicht zu sehr strapazieren musste. Im zweiten und dritten Durchgang spielte Bad Driburgs Nummer eins taktisch gut und gewann diese Sätze. Immer wieder faste sie sich an die Leiste und man sah ihr die Schmerzen an und ihre Gegnerin wurde von Ball zu Ball wieder besser und somit ging es in den fünften Durchgang, da man sich im vierten Satz mit 8:11 geschlagen geben musste. Auch im fünften Satz lief es nicht mehr so rund und Nina lag direkt zurück, aber die 17-jährige blieb auch beim 9:10 Matchball gegen sich cool und gewann eine lange Topspin-Rallye gegen die Baunatalerin. Die Halle bebte und schrie „Nina, Nina, Nina“! „Dies war  ein entscheidender Faktor was die Mannschaft nach vorne gepuscht hatte“, so Vater Olaf Mittelham nach der Partie.  Am Ende siegte die Bad Driburgerin mit 13:11 im Entscheidungssatz und sinkt noch in der Box zu Boden vor Erschöpfung. Ganz starke und kämpferische Leistung von Nina Mittelham! Jetzt trafen die beiden besten unteren Paarkreuze der Liga aufeinander. Mit Elena Waggermeyer und Katharina Michajlova stehen die beiden zusammen mit einer Bilanz von 41:3 ganz oben auf der Liste. Aber auch Luo Xuo und Katsiaryna Bavarok stehen mit 25:1 ganz gut dar. Im direkten aufeinander treffen durften sich die Fans auf packende Spiele freuen. Katharina Michajlova musste gegen die noch ungeschlagene Weißrussin  Katsiaryna Bavarok an den Tisch und sie spielt stark. Gegen die Linkshänderin von Baunatal konnte sich Bad Driburgs Nummer drei klar in drei Sätzen behaupten und brachte den TuS Bad Driburg mit 3:2 in Führung. Am anderen Tisch musste sich Elena Waggermeyer gegen die im unteren Paarkreuz ungeschlagene gebürtige Chinesin Luo Xuo in vier Sätzen geschlagen geben und somit ging es mit einem 3:3 in die 10 minütige Pause.

In der Pause schauten viele Fans auf Nina Mittelham die durch die Halle humpelte und es ging schon das Gerücht rum, dass sie die zweite Partie ab schenken würde.  Doch als der Moderator das Mikrofon in die Hand nahm und die Spiele ansagte, kam die Erleichterung. „An Tisch eins im Spitzeneinzel Shi Qi gegen Nina Mittelham“ hieß es dann. Parallel kämpfte Andrea Todorovic gegen die 16-jährige Alena Lemmer eindrucksvoll stark und gewann die Partie souverän in drei Sätzen. Doch im Bereich der Bad Driburger Fankurve an Tisch eins ging es heiß her und alle wirklich alle Anhänger des TuS Bad Driburg peitschten Nina Mittelham nach vorne. Unter Schmerzen biss sie auf die Zähne und gewann den ersten Satz mit 11:8. Doch jetzt sah man Nina mehr und mehr an das es eigentlich nicht mehr geht und somit wurde auch ihre Gegnerin Shi Qi stärker. Die Bad Driburgerin verlor den zweiten und dritten Satz recht klar und die meisten in der Halle dachten das war´s. Aber Nina selbst kämpfte bis zum letzten Ball für den Verein, für die Mannschaft, für den Aufstieg und somit gewann sie den vierten Satz mit 11:9. Die Fans waren außer sich und jubelten „Einer geht noch, einer geht noch“. Von Anfang an war der alles entscheidender Satz auf Augenhöhe und Nina blieb trotz der lauten Zuschauer cool und zeigte was sie auch im verletzten Zustand alles kann. Beim Stand von 9:9 war die Halle beim Aufschlag von Baunatals Shi Qi mucksmäuschenstill und alle drückten die Daumen! Und dann der Punkt durch Nina Mittelham und die Halle bebte ein weiteres Mal. Matchball zum Aufstieg. Nina sah man die Konzentration an und jetzt fing die Partie an, denn sie machte es! Mit einem harten Vorhand-Topspin verwandelte die 17-jährige den Matchball und sorgte mit dem 11:9 im fünften Satz für den fünften Punkt der Bad Driburger. Aufstieg!

Parallel fand schon die nächste Partie statt und die Fans sangen wie verrückt „Bundesliga Bundesliga Hey Hey, Bundesliga Bundesliga Hey Hey“. Katharina Michajlova hatte den Sieg auf dem Schläger sitzen, denn sie führte bereits 10:8 im Entscheidungssatz. Doch ihre Gegnerin Luo Xuo drehte das Spiel und gewann mit 11:13. Auch unsere Nummer vier Elena Waggermeyer musste ihre dritte Saisonniederlage hinnehmen. Sie musste sich mit 1:3 gegen Katsiaryna Bavarok geschlagen geben und als das Spiel vorbei war ging die Partie in der Partie los. Sektkorken folgen durch die Luft und die Gesamten Fans standen vor der Mannschaft und sangen „Oh wie ist das schön, oh wie ist das schön, sowas hat man lange nicht gesehen, so schön so schön“! Die Spielerinnen lagen sich in den Armen und die Fans stürmten einige Zeit später dazu und stimmten weiter Lieder an wie „Bambule Randale TuS Bad Driburg hat die Schale oder Nie mehr Zweite Liga, nie mehr nie mehr Zweite Liga. Anschließend fuhr die Mannschaft mit den Fans nach Bad Driburg und feiert vor der Halle einige Zeit bis man zum Restaurant  „Zur Linde“ gegangen ist und dort ebenfalls bis in den späten Abend feierte.

Fotos: Lars Emmerich - Privat und Westfalen-Blatt

 

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